Im Frühjahr 2013 waren die Kinder der Schulkinderbetreuung von der Idee, einen Garten auf dem Außengelände unserer Schule anzulegen, begeistert.
Bei der Planung der Beete war es uns wichtig, diese so anzuordnen, dass ein übersichtliches Arbeiten für die Kinder möglich ist.
Mit einer Anschubfinanzierung durch das E-Werk Mittelbaden, unserem Förderverein und der fleißigen und tatkräftigen Unterstützung unseres Hausmeisters wurde unser Garten angelegt und durch einen Staketenzaun umgrenzt. Der Grundstein für unseren Schulgarten war gelegt.
Nachdem die Beete eingefasst, sowie die Wege fertig waren, nahm der Garten schon richtige Züge an.
Ein Gerätehaus zur Aufbewahrung der Gartenutensilien und Kompostbehälter vervollständigten das Projekt.
Für die Bewässerung sorgt ein großer Regenwassertank, der am Rand des Schulhofs aufgestellt wurde.
TBO unterstütze uns mit einer Lieferung guter Humuserde. Die Kinder waren mit Freude und Eifer dabei, die Erde für den Anbau zu richten.
Es wurde ein Schneckenzaun um unseren Garten angebracht. Dieser hilft, dass wir das leckere Obst und Gemüse nicht mit den Schnecken teilen müssen.
Die Vorbereitungen waren gemacht und wir konnten mit der Arbeit beginnen.
Das Gartenjahr beginnt bei uns im Januar mit dem Eintrag der Kinder in die Gartenteam-Liste und mit der Einteilung der Felder.
Wir planen mit den Kindern jährlich, welche neuen Sämlinge an Blumen und Gemüsesorten in der kommenden Saison in den Garten gepflanzt werden. Diese werden dann eingesät, pikiert und schließlich ins Freiland gesetzt.
Es freut uns sehr, dass Stefan Heinrich mit seiner Klasse bei der Schulgartenarbeit dabei ist und zwei Felder sowie ein Hochbeet übernommen hat. Ein weiteres Hochbeet wird für unser Kräutergärtchen genutzt.
2019 haben wir gemeinsam den ersten Platz beim Bundeswettbewerb, ausgeschrieben vom Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung in Berlin, erhalten. Es war ein großes Erlebnis für uns alle, welches in einem separaten Beitrag näher beschrieben wird.
Wir legen jedes Jahr ein Pflanzbuch an. Dazu malen die Kinder ein Produkt des Gartens und schreiben das Pflanz- und Erntedatum dazu. So können die Kinder nachschauen, wie lange eine Pflanze von der Aussaat bis zur Ernte braucht.
Gartenarbeit ist Teamarbeit
Immer drei oder vier Kinder des Gartenteams sind für ein Feld verantwortlich, bei größeren Aktionen helfen natürlich alle im gesamten Garten. Den Kindern macht es sehr viel Freude ihr Feld in Ordnung zu halten und zu beobachten, wie die Pflanzen wachsen.
Besonderen Spaß haben die Kinder, wenn sie das eigene Gemüse aus dem Garten essen können. Die Beeren werden sofort im Garten genascht, aus den Kartoffeln gibt es leckere Bratkartoffeln.
Im Kräutergarten wächst Salbei, Zitronenmelisse und Minze. Schnittlauch, Petersilie und Knoblauch-Schnittlauch werden direkt aus dem Garten gegessen oder zu Kräuterbutter und Kräuterquark verarbeitet.
Unser Schulgarten bietet auch die Möglichkeit künstlerisch kreativ zu werden. So werden Zaunhocker oder Pflanzschilder in der Schulkinderbetreuung getöpfert, glasiert und gebrannt. Diese finden einen schönen Platz in unserem Garten.
Jedes Jahr beteiligen wir uns an verschiedenen Schulgarten-Wettbewerben und waren auch immer sehr erfolgreich. Aktuell nehmen wir mit unserem neuen Projekt „Kunst im Garten“ bei einer Ausschreibung des Burda-Verlags teil.
Die Kinder suchen sich eine Pflanze im Schulgarten aus, betrachten sie intensiv und bringen diese auf Papier.
Pädagogische Lerninhalte und Ziele
Der Schulgarten ist ein Ort, indem vielfältiges Lernen stattfindet. Es ist wertvoll, die Kinder dazu zu bringen, die Welt der Natur zu schätzen und Sinneserfahrungen zu machen.
Die Liebe zum Gärtnern bei Kindern zu wecken ist ein Prozess, der aus vielen wunderbaren Momenten besteht. Die Freude und der Spaß am körperlichen Arbeiten, der Stolz über den Erfolg, wenn etwas wächst, und das Staunen über die Vorgänge in der Natur, das alles sind Erfahrungen, die die Kinder täglich im Schulgarten erleben können.
Der anfangs kahle Garten im Frühling quillt im Sommer über mit Pflanzen, die nicht nur wunderbar duften und bunt aussehen, sondern auch noch lecker schmecken. Kinder lieben es, die Blumen zu fühlen und daran zu riechen.
Wenn man den Kindern ein kleines Stück Garten gibt, das sie selbst versorgen dürfen, fördert man das Verantwortungsgefühl und schult die Beobachtungsgabe. Das Gärtnern verlangt Geduld und persönlichen Einsatz, auch in den Ferien.
Wenn Probleme beim schulischen Lernen bestehen, kann ein Kind im Schulgarten Selbstbewusstsein tanken. Es erfährt, wie durch eigenes Tun, aus einem kleinen Sonnenblumenkern eine riesige Sonnenblume entstehen kann.
Die Kinder erfahren den Jahreslauf der Natur, sie lernen, was die Pflanzen zum Wachsen brauchen und lernen, im Team zu arbeiten.
Ein Kind, das selbst Kartoffeln und anderes Gemüse anbaut, hat einen anderen Bezug und eine andere Wertschätzung zu diesen Nahrungsmitteln. Es macht Spaß, sich gesund zu ernähren, wenn man die Tomaten oder Karotten selbst angepflanzt hat. Bratkartoffeln aus dem eigenen Schulgarten zu genießen, ist ein besonderes Erlebnis. Ich finde es besonders schön, dass die Kinder ihre Begeisterung für die Gartenarbeit nach Hause tragen und Eltern aufgrund dessen sich selbst ein Hochbeet angelegt haben.
Wir freuen uns jedes Jahr auf unsere Arbeit im Schulgarten mit viel Sonnenschein, leckeren Früchten, besonderen Tomaten, frischem Gemüse, summenden Bienen und bunten Schmetterlingen.